Was steckt hinter dem Begriff Laktoseintoleranz?

Was steckt hinter dem Begriff Laktoseintoleranz?

Bei einer Laktoseintoleranz (auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt) wird das Verdauungsenzym Laktase, welches den Milchzucker spaltet, nicht mehr genügend oder gar nicht mehr produziert. Das führt dazu, dass die Laktose (Milchzucker) im Dünndarm nicht mehr aufgespalten und schlussendlich dem Körper nicht als Energiequelle zugeführt werden kann. Die unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien vergoren wird. Das führt zu typischen Symptomen wie:

Auch können unspezifische Symptome wie zum Bespiel Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit auftreten. 1

Wie weiss ich, dass ich an einer Laktoseintoleranz leide?

Die Unverträglichkeit wird von den Betroffenen oft selbst bemerkt oder vermutet. Durch eine Ernährungsfachperson sollte eine ausführliche Befragung (Ernährungsanamnese) stattfinden und je nachdem für ca. zwei Wochen eine streng laktosefreie Ernährung eingehalten werden. Falls in dieser Zeit die Beschwerden abgeklungen sind, erscheint eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich. Danach werden verschiedene laktosehaltige Lebensmittel wieder schrittweise und in kleinen Mengen in die tägliche Ernährung integriert, um die individuelle Verträglichkeit (Toleranzgrenze) ausfindig zu machen. 1

Eine zuverlässige Methode zur Diagnose bietet unter anderem auch der H2-Atemtest. Bei einem H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest) erhält der Betroffene 50 g Laktose in Wasser oder Tee aufgelöst zum Trinken. Anschliessend wird der Gehalt an Wasserstoff in der Ausatemluft gemessen, der genaue Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Laktoseintoleranz zulässt. 2

In welchen Lebensmitteln versteckt sich Laktose?

Laktose kommt natürlicherweise in der Milch von Säugetieren wie Kuh, Schaf und Ziege vor. Somit sind die daraus produzierten Milchprodukte wie z.B.: Milch, Molke, Joghurt, Buttermilch, Kefir, Schlagrahm, Sauerrahm, Butter, Käse (Frisch-, Weich- und Halbhartkäse) laktosehaltig. Es gibt aber auch diverse Lebensmittel, welche versteckt Laktose enthalten und schwieriger zu erkennen sind. Ein Blick auf die Zutatenliste kann eine grosse Unterstützung bieten diese zu identifizieren, denn die Verwendung von Milch- und Milchprodukten muss von Gesetzes wegen auf der Zutatenliste hervorgehoben werden.3

Bei folgenden Produktgruppen lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste:

Darf ich keine Laktose mehr konsumieren?

Nur selten ist eine laktosefreie Ernährung nötig. Die meisten Betroffenen müssen lediglich auf eine laktosereduzierte Ernährung umstellen, da sie kleine Mengen an Laktose pro Tag vertragen. Eine laktosefreie Ernährung bringt ein gewisses Risiko eines Nährstoffdefizits mit sich. Der Grund dafür ist, dass Milchprodukte gegenüber anderen Nahrungsmittelkategorien wichtige Lieferanten von wertvollen Nährstoffen wie Proteine, Vitamine, Mineralstoffe (v.a. Calcium) und Spurenelementen (u.a. Zink) sind. Daher ist es wichtig, die individuelle Toleranzgrenze oder auch die einzelnen Lebensmittel auszutesten und nicht einfach aus seiner Ernährung zu streichen.3

Für eine bessere Verträglichkeit hilft es, laktosehaltige Lebensmittel über den Tag verteilt und in kleinen Mengen zu konsumieren. Zugleich sollte man sie innerhalb einer Mahlzeit und vorzugsweise mit einer Eiweissbeilage, Gemüse und einer Stärkebeilage geniessen.

Das Wissen über seine individuelle Verträglichkeit oder die Verbesserungs-möglichkeiten der Verträglichkeit, vereinfachen einem Auswärtsessen, Einladungen oder Ferien.3

Weitere Informationen zum Thema Laktoseintoleranz und Ernährung finden sie hier:

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